Chronik der SG Rheinfelden

Schon vor dem ersten Weltkrieg bestand in Rheinfelden bereits eine „Schützengesellschaft der Militärverbände Nollingen und Badisch Rheinfelden“.

Zum Eröffnungsschiessen am 13.April 1914 haben laut Schiesskladde 10 aktive Schützen teilgenommen.

 

Während des ersten Weltkriegs ruhte das Sportschiessen in Rheinfelden.

Lange nach dem ersten Weltkrieg haben sich die alten Schützenkamaraden wieder zusammengefunden und am 09. Mai 1922 den Schützenverein Rheinfelden (Baden) gegründet (ohne Eintragung ins Vereinsregister).

Gründungsmitglieder waren Karl Albiez, Ernst Wetzel, Josef Brombach, Herrmann Bächle, Theodor Schick, Adolf Oswald, Eugen Stemmer, Rudolf Schweier, Ernst Danner, Bertschinger, Bernhard Schwander, Ernst Hofmann, Richard Businger, Reinhard Haberbusch, E. Roth und Josef Szepaniak.

 

Da das alte Schützenhaus der Schützengesellschaft der Militärverbände Nollingen und Badisch Rheinfelden“ verkauft war, wurde am 10.03.1924 der Bauantrag für ein neues Schützenhaus gestellt. Es wurde ausserdem ein 250m und ein 50 m Stand mit je 4 Zugscheiben errichtet.

 

Der Bau eines neuen Schützenhauses und die Anschaffung neuer Gewehre stellte die neue Vorstandschaft unter Leitung des 1. Vorsitzenden Josef Bucher vor fast unlösbare finanzielle Probleme. Eine Eisengrosshandlung gewährt der Schützengesellschaft einenKredit bei 36% Zinsen p.a.

 

Auch die Bezirkssparkasse Rheinfelden hatte dem Verein ein Darlehen von 5000 RM gewährt, jedoch nur unter der Vorausetzung, dass fünf zahlungskräftige angesehene Mitlieder die Bürgschaft hierfür übernahmen.

 

Am 28.05.1925 übernahm Ernst Danner den Vorsitz und sah sich gleichzeitig einem durch die horrenden Zinsen verursachten Schuldenberg in Höhe von 13700 RM gegenüber.

 

Aus den Mitgliedsbeiträgen allein konnte die Schuldenlast nicht abgebaut werden – doch die Schützengesellschaft konnte damals immer wieder auf Zuwendungen aus der ansässigen Industrie zählen.

 

Seit dem 31.08.1924 ist der Verein unter dem heutigen Namen „Schützengesellschaft Rheinfelden (Baden) e.V.“ imVereinsregister eingetragen.

 

Anfänglich waren nur abgeänderte Militärgewehre Mod.98 und KK-Gewehre erhältlich. Bald konnten aber auch Zimmerstutzen mit Stecher und Diopter angeschafft werden. Das Vereinsleben stand hoch im Kurs, sowohl beim Training wie auch bei den zahlreichen Arbeitseinsätzen. Man beteiligte sich auch an fast allen Vergleichswettkämpfen in Nah und Fern.

 

Während des Dritten Reiches wurde das eigentliche Sportschiessen unterdrückt und dafür die militärische Schiessausbildung gefördert. Die Schiessstandanlagen hatten vornehmlich der SA/SS zu dienen. 1939 wurde von der Stadtverwaltung angeregt das gesamte Gelände inklusive dem Schützenhaus an die Stadt zu übereignen- im Gegenzug könne das Schützenhaus für 25 bis 30 Jahre zinslos gepachtet werden, andernfalls stünde eine Enteignung der Geländes in Aussicht.

 

Auf Grund des Beginns des Zweiten Weltkriegs wurde dann doch an den Eigentumsverhältnissen nicht gerüttelt.

 

An das Wiederaufleben des Schiesssports war auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht zu denken. Erst am 28.07.1950 hat die Alliierte Hohe Kommission mitgeteilt, dass einer Neubildung der alten Schützenvereine nichts  entgegenzusetzen sei.

 

Anlässlich der Beerdigung des Schützenkamaraden Rudolf Schweier am 26. März 1952 beschlossen die „alten Schützen“ die Schützengesellschaft wieder aufleben zu lassen.

 

Das alte Schützenhaus war teilweise abgebrochen und die Standanlagen grösstenteils verwüstet.

 

Mit grossem Einsatz der „Alten“ und auch der neugewonnenen Jungschützen entstand eine Anlage grösser und schöner als zuvor. Unter Vorsitz des Oberschützenmeisters Erich Schwander wurde am 12.08.1954 die Einweihung mit einem Festbankett und einem grossen Waldfest gefeiert.

 

Die anschliessenden Jahre gehören zu den unbestritten erfolgreichsten der Schützengesellschaft Rheinfelden. In dieser Zeit wurde der Name der Stadt Rheinfelden durch die überaus erfolgreichen Gewehrschützen national und international bekannt gemacht.

 

So wurde 1955 Fritz Zimmermann gegen stärkste Konkurrenz der erste Bundesschützenkönig der Nachkriegszeit. Dies brachte ihm auch eine Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft ein.

 

Bereits 1957 folgte der nächste Höhepunkt: Die Mannschaft der SG Rheinfelden mit Fritz Zimmermann, Karl Wenk, Ernst Winzer und Bruno Schwander erreichten in der KK 50m Disziplin mit 2268 Ringen den Deutschen Meistertitel.

Im englichen Match wurde Fritz Zimmermann mit 597 Ringen und neuem deutschen Rekord Meister.

 

Insgesamt gingen 13 deutsche Meistertitel nach Rheinfelden und die Schützen Fritz Zimmermann, Karl Wenk und Bruno Schwander gehörten zu den Leistungsträgern der deutschen Nationalmannschaft.

Die erfolgreichsten Einzelschützen waren:

Fritz Zimmermann: Bundesschützenkönig und mehrfacher deutscher Meister

Karl Wenk: mehrfacher deutscher Meister (u.a. 1967 mit 600 von 600 möglichen Ringen), Doppelweltmeister, mehrfacher Olympiateilnehmer

Ernst Winzer: Deutscher Meister

Bruno Schwander: Deutscher Meister, Teilnehmer an der Weltmeisterschaft

 

Ende der 60er Jahre hatte die Schützengesellschaft Rheinfelden auch eine hervorragende Schützin:

Monika Zimmermann war deutsche Jugendmeisterin und Mitglied der deutschen Nationalmannschaft.

 

Die Erfolge der Gewehrschützen auf nationaler und internationaler Ebene konnten mit ein paar Ausnahmen nach 1970 nicht fortgesetzt werden. Jedoch konnten weiterhin gute Ergebnisse auf regionaler und Landesebene erzielt werden.

 

1990 schaffte es Ramona Tarnowski bis zur Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft

 

Anfang der 70er Jahre öffnet sich die Schützengesellschaft auch für andere Abteilungen. So gab es von 1972 bis 1975 einen Wurfscheibenstand (der durch den Neubau des Kreiskrankenhauses nach Wehr umgesiedelt wurde).

 

Am 20.September 1975 wurde die Bogenabteilung gegründet.

 

Bogenabteilung

Ende der 70er Jahre bis Ende der 90 er Jahre traten vorallem die Bogenschützen ins Rampenlicht.

 

So qualifizierten sich immerwieder Schützinnen und Schützen für die Deutschen Meisterschaften (Anneliese Rütschlin, Hildegard Schwander, Werner Asal)

1989 wurde Malte Lewerenz mit der bundesdeutschen Mannschaft Vize Europameister

 

Eine der erfolgreichsten Jungschützinnen mit dem Bogen in den vergangenen Jahren war Martina Asanger: Sie belegte in der Halle wie auch im Freien in den Jahren 1995/1996 – 2001/2002 bei den Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften in 42 Wettkämpfen 35 mal Platz 1 und 6 mal Platz 2.
In Ihrem erfolgreichsten Jahr 1999/2000 wurde sie ausserdem Deutsche Meisterin in ihrer Klasse.

 

Pistolenabteilung

In den Anfangsjahren des Vereins war das Pistolenschiessen weitgehend unbekannt.

 

Erst 1968 wurde erstmal s der Antrag zur Errichtung eines Pistolenstands gestellt. Bis 1976 trainierten die Pistolenschützen bei anderen Vereinen. Der Neubau einer Pistolenhalle 1979 sollte dies verändern. Im gleichen Jahr konnte sich Edgar Ruf mit der Sportpistole für die deutschen Meisterschaften qualifizieren, im Jahr darauf mit der Freien Pistole.

 

In den 80er und 90er Jahren konnten immerwieder (regional, wie national) gute Ergebnisse erzielt werden.

 

Hervorzuheben sind vorallem die Leistungen von Franz Joseph Jachmich der seit Jahren die regionalen Wettkämpfe in den Vorderladerdisziplinen dominiert.

 

Günter Friedlin brachte es 1997 zum hervorragenden dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in der Disziplin der Olympischen Schnellfeuerpistole (OSP).

 

Die SG Rheinfelden ist bis heute mannschaftsmässig bei den Rundenwettkämpfen stark vertreten.


So stellt die Schützengesellschaft regelmässig bis zu 3 Mannschaften in den Disziplinen Luftpistole und Kleinkaliberpistole sowie eine Mannschaft Grosskaliberpistole.

 

Speziell die Pistolenabteilung hat sich von den einstmals nur 11 Aktiven im Jahr 1977 zur personell stärksten Aktiven Abteilung gemausert. Leider ist das einstige Aushängeschild der SG Rheinfelden die Gewehrabteilung heute fast verwaist.

 

Die Wiederbelebung der Gewehrabteilung sowie eine verstärkte Jugendarbeit im Bereich Luftgewehr ist eines der langfristigen Ziele das jetzigen Vorstands.